Die Mühle - einst und heute


Unsere Geschichte seit 1995

Kalla Sieger1995 sind wir mit 6 Erwachsenen und 5 Kindern und Jugendlichen hierher gezogen. Seitdem hat sich viel verändert. Heute leben auf der Neuwagenmühle 2 Frauen, 3 Männer und ein Kind im Alter von 3 bis 68 Jahren.

Viele Menschen sind hier ein- und ausgezogen. Viele sind unsere Freunde geblieben.

So wie das Wasser unendwegt den Bach hinunter fliesst, so scheint dieser Ort ein Inspirationsort zu sein für den neuen Weg, der gegangen werden will.

1998 begannen wir mit Bluesmusik am 1. Mai. Seit 2002 ist die Neuwagenmühle ein Platz für Kunst und Kultur mit jährlich ausgerichteten Veranstaltungsreihen.

Wer sich auf die  Inhalte der Themen einläßt, wird neue Denkansätze für sich erkennen.

Der Name Neuwagenmühle kommt von

Neue-Wege-Mühle
Neues wagen Mühle
neue Mühl' an der Waag (der Furt)

Wir kommen aus der Stadt. Durch unsere Entscheidung unseren Wohn- und Lebensmittelpunkt an diesen Ort zu verlegen und hier zu leben und zu wirken, haben wir die Herausforderung, die uns diese Mühle stellt, freiwillig angenommen:

Wir beschreiten neue Wege, wagen Neues und leben und lieben die Mühl' an der Furt.
Wir mahlen nicht mehr Getreide zu Mehl, sondern transformieren mit Hilfe der Kunst altes Bewusstsein in ein Neues.

Wir haben uns vorgenommen das Jammertal wieder zum Spielen und zum Lachen zu erwecken.


Alt und Jung,Wandernde, Künstler*innen und Nicht-Künstler*innen

kommen regelmässig und gerne zur Neuwagenmühle. Die Alten erzählen die alten Geschichten, die Jungen schreiben die Neuen.

Hier einige Fotos:

Impressionen zur Mühle 2012

Die Mühle alt und neu

Der Mühlbetrieb alt und neu

 


Historisches zur Neuwagenmühle

Die Neuwagenmühle ist eine Wassermühle aus dem Jahr 1712, die bis 1920 als Getreidemühle und bis 1973 als Gaststätte betrieben wurde. Danach war sie 20 Jahre Sitz eines Unternehmens.

Im Volksmund heisst die Neuwagenmühle "Hennemühl". Dieser Name geht auf den alten Müller Adam Philipp Hehn und seine Frau Justinia Chor zurück.
Ein Schild über dem Hauseingang zeugt davon, dass sie 1803 diese Mühle wieder neu erbauten. Doch weit älter muss sie sein; denn bereits 1712 wird sie zum ersten Mal in einer Chronik erwähnt.


Die Neuwagenmühle war eine Getreidemühle

Das oberschlächtigen Wasserrad hat 3m Durchmesser und ist 0,70m breit. Die Mühle hatte einen Mahlgang.
Wie bei den meisten Wassermühlen wurde das Wasserrad Ende des 19. Jh. überbaut, um es vor der Eiseskälte zu schützen. Der so entstandene Raum wird Eiskeller genannt.

Ca. 1920 wurde das Mahlwerk weitestgehend still gelegt. Es war die Zeit des grossen Mühlensterbens in Deutschland.
Das traditionelle Mühlenschankrecht wurde genutzt. Aus der Getreidemühle wurde die Gastwirtschaft: Zur guten Quell.


Zeiten wandeln sich - die Müllerstochter erzählt

Für unser Kunstprojekt Zeiten-Wandel sammelte Silvia Heinze alte Geschichten rund um die Hennemühl'. Vor allem interviewte sie die letzte Müllerstochter, letzte Gastwirtin und letzte Müllerin der Neuwagenmühle Else Herold, geb. Müller.

Einige pdfs folgen in Kürze.

Das Wasserrad lief auch nach Beendigung des Mahlbetriebes weiter. Jetzt erzeugte es den Strom. Eine Stromleitung wurde nie gelegt. Das Wasserrad lief bis in die 1970er Jahre hinein und produzierte 110V für den gesamten Gaststättenbetrieb, eine Einfachheit, die für uns heute unvorstellbar geworden ist. 

So war das Leben hier auf der Mühle.


Geschichte aus der Gastwirtschaft

Selbstgemachter Apfelwein, Eier mit Speck, Schmalzbrote und Forellen, alles aus dem eigenen Betrieb, lockten die Besucher an von nah und fern.

Stunden wanderten die Menschen zur Hennemihl hin, nahmen Essen und Trinken zu sich, lachten, sangen, erzählten, spielten Skat und lieferten sich auch mal eine Prügelei.

Gings abends nicht mehr heim, weil die Dunkelheit der Nacht und der gute Wein den Blick zu sehr getrübt und den Gang zu unsicher gemacht hatten, so durfte der Gast auch mal auf der Scheune übernachten.

Bis Silvester 1973 wurde die Wirtschaft so betrieben.


Heiratsmarkt von Kördorf

so nannten die Einheimischen ihre Mühle liebevoll, denn so manches Paar fan hier zusammen.

In einer Zeit des aufblühenden Wohlstandes kamen die Menschen von weit her zur Mühle, um hier an einem urigen, romantischen Plätzchen, inmitten der ungetrübten Natur, bei flackernden Glühbirnen des hausgemachten Stroms, Forelle nach Müllerinnenart und Äppelwoi zu sich zu nehmen.

Viele ältere Menschen haben uns hier schon ihre Geschichten und Erlebnisse aus ihrer Jugend erzählt. Die Menschen lieben diesen Ort.

Foto 1: Postkarte von ca. 1910 Foto 2: Schild über dem Hauseingang
Foto 3: Else Herold, Foto: Silvia Heinze   Foto 4: Gemälde im Besitz von Else Herold, ca. 1950
Foto 5: Zeichnung aus einem der wunderschönen Gästebücher von Friedrich Kunitzer

Galerie mit Fotos von der Mühle alt und neu