Matriarchale Kult-Ur erahnen, erforschen und erleben

Vortrag: Germanische Seherinnen

Wandernde und ortsansässige Seherinnen in frühgermanischer Zeit.

mit Waldbaden, Heilkreis und Sprechstabrunden

Es ist an der Zeit in den eigenen Innenraum zu blicken und die dort vorhandene Vision zu entfalten. ... Das Neue schlummert im Uralten. Anfangs spüren wir nur ein Gefühl, eine Ahnung, eine Kraft. Dahinein bringen wir unsere Aufmerksamkeit. Es entsteht eine Art Umstülpungsprozess, durch den sich unser gesamtes Beziehungsgeflecht zu Mensch, Erde und Kosmos und damit zu ihren Geschichten verwandelt und erneuert.

In dieser Projektreihe begeben wir uns auf eine Spurensuche: Wo und wie erahnen wir die matriarchalen Wurzeln unseres Lebensraumes?

Vorträge und Seminare werden immer mit einem Waldgang (Waldbaden), einem Heilkreis und Sprechstabrunden verbunden, damit das Lernen nicht nur über den Intellekt (den Geist), sondern zu gleichen Teilen über Geist, Psyche und Körper er-lebt werden kann.


Germanische Seherinnen

Wandernde Seherinnen durchquerten in frühgermanischer Zeit unsere Wälder, ortsansässige Seherinnen hüteten die Kultur der Ahnen im Hag. Beide sorgten für das Wohlergehen aller.

Liebe und Erdverbundenheit zu leben bedeutet Verantwortung zu übernehmen. Das ist der Schlüssel zu einem Leben in Harmonie und Einklang. Indigene Kulturen leben so.

Von matriarchalen und indigenen Menschen wissen wir, wie wichtig es ist, die Ahnen zu ehren. Auch unsere Ahnen lebten einst in einer tief empfundenen Erdverbundenheit, was uns durch zahlreiche Berichte überliefert ist. Wie andere Indigene, lebten auch sie in einer Stammeskultur. Sie sind die vorrömische Kultur im Europa nördlich der Alpen. Lange vor den Römern wanderten unsere Ahnen in unsere heutige Heimat ein. Die römischen Invasoren nannten sie Germania. Die Germaninnen und Germanen nannten sich und ihr Land selbst niemals so.

Ablauf

  • Impulsvortrag von Birgit Weidmann
  • Verinnerlichung durch Waldbaden, angeleitet von Silvia Heinze
  • Heilkreis
  • Sprechstabrunden

Geschichtlicher Hintergrund

Bekennen wir uns zu unseren Wurzeln und lieben wir sie!

Unsere Ahnen waren keineswegs rabaukenhafte grobe Männer, die auf Krawall und Kampf gebürstet waren und deren brave Ehefrauen und Töchter im Haushalt dienten und den Met servierten. Das ist römische Kriegspropaganda, die offenbar bis heute Gültigkeit besitzt.

Wie alle alten Völker haben unsere Vorfahren keine schriftlichen Zeugnisse hinterlassen. Wir kennen ihre Geschichten heute aus Erzählungen und archäologischen Ausgrabungen. Die Matronensteine sind ein erstaunlicher und meist verschwiegener Fund, verschwiegen offenbar deshalb, weil sie nicht in das Bild der barbarischen Germanen passen. Dieses Bild ist römische Kriegspropaganda und hat mit den Lebensgewohnheiten der damals in den germanischen Wäldern und Ebenen lebenden Menschen nichts zu tun. Diese verteidigten ihre Freiheit und ihre Familien.

Christen nennen unsere Vorfahren Heiden. Auf meiner Suche nach dem Ursprung dieses Begriffs fügten sich die Puzzelstücke wie folgt ineinander:

Eine Heiðr (das ð wird wie das englische th gesprochen) ist die germanische Bezeichnung für Seherin. Es gibt eigentlich zwei Seherinnen-Frauentypen, die Heiðren und die Völven. Beide finden sich in der Edda, ein durch einen irischen Christen aufgeschriebenes germanisches Liederwerk über die nordische Mythologie. Edda wurde dereinst mit Urgroßmutter übersetzt.

Das Heidentum oder Heidrtum ist demnach die Kultur der Heiðren und folglich eine Seherinnenkultur. Das impliziert, dass die Frauen damals die Hüterinnen der Heiden und der Waldgebiete waren. In dieser Rolle standen sie den Eroberern entschieden im Weg.

Jetzt passen auch die Matronensteine ins Bild, denn ihre Inschriften bezeichnen die drei abgebildeten Frauen häufig als Hüterinnen eines Landstrichs oder Gebietes:

Als Zeichen ihrer Frauen- und Göttinnenverehrung hinterließen uns unsere germanischen Vorfahren etwa 800 Weihesteine aus den Jahren 70 bis 240 u.Z.. Sie wurden entlang des gesamten Limes gefunden. Die sogenannten Matronensteine wurden offenbar in Steinmetzwerkstätten am Niederrhein gefertigt. Sie sind ca. 70 cm hohe Reliefs, stehen häufig auf einem Sockel mit lateinischer Inschrift und bilden drei Frauen ab: Die Junge mit offenem Haar sitzt meist in der Mitte. Rechts und links von ihr sitzen zwei ältere Frauen, deren auffallend breitkrempige Hauben an die Tracht der Kölner Ubierinnen erinnern. Die Römer nannten diese weibliche Trinität Matronen, was mit „ehrwürdige Frauen“ übersetzt werden kann.

Auszüge veröffentlicht z.T. in der Zeitschrift Walnussblatt 03, S. 22ff und Walnussblatt 04, S. 10ff


Die Informationen zur gesamten Seminarreihe folgen noch.


Veranstaltungsdetails
  • 12.03.2023 14:00 - 18:00
  • Ort: Neuwagenmühle
  • Eintritt: Spende: mind. 15 €/erm. Selbsteinschätzung
  • Anmeldung erforderlich
Mitwirkende
- Künstler*innen / Dozent*innen -
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